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24.06.2018 13:25:16


Turm zu Halten


Museum Turm in Halten
Geschichte

Auszug aus dem Buch Solothurnisches Wasseramt erschienen 1966 anlässlich des 500. Jahrestags der Zugehörigkeit zu Solothurn)

Dieses kleine Dorf an der Oesch wird auch heute noch von dem an sanfter Halde stehenden Wohnturm beherrscht, dessen unterstes Geschoss nach L.R. Schmidlin noch ins 13. Jahrhundert zurückreichen dürfte. Er gehörte der anfänglich zähringischen, dann kyburgischen Dienstmannenfamilie von Halten, welche dort ihr Hofgut bewirtschaftete, und Twing und Bann zu Halten, Kriegstetten, Oekingen, Hersiwil und Recherswil mit allen den dazugehörenden Rechten verwaltete. Nachdem die Burg im Gümmenenkrieg von Solothurnern und Bernern zerstört worden war, veräusserte ihr Besitzer, der Edelknecht Konrad von Halten, seine Hälfte der Herrschaft einem Berner Bürger. Doch kaufte Klara von Halten, die Gemahlin Imers von Spiegelberg, welche die andere Hälfte der Herrschaft schon besass, 1357 den veräusserten Teil vom Berner Bürger Burkhard von Esche wieder zurück. So gelangte die ganze Herrschaft im Ergban von Klara von Halten an ihren Sohn und später an ihren Enkel Hemmann, beide Schultheissen der Stadt Solothurn, welche sie durch weitere Erwerbungen bedeutend erweiterten. 1466 konnte Solothurn dank einer testamentarischen Verfügung des Schultheissen Hemmann von Spiegelberg von dessen Tochter Küngold und ihrem Gemahl Bernhard von Malrein die Herrschaft Halten samt ihrer ganzen wasserämtischen Zugehörde um die Summe von 400 rheinischen Gulden kaufen.
Lange Zeit diente der Turm, der nach dem Brande von 1543 für 500 Gulden wieder in Stand gestellt worden war, als Gefängnis. 1798 wurde er als Nationaleigentum erklärt und an die Bauernfamilie Schnider verkauft. Heute gehört er der Stiftung „Museum Wasseramt – Turm in Halten“, welche ihm mit Hilfe des Staates und Beiträgen von Geschichtsfreunden sachkundig restauriert und als Heimatmuseum der Allgemeinheit zugänglich gemacht hat.
Östlich des Schlossturmes, überm Mühlerain, befindet sich noch eine mit Graben versehene so genannte Erdburg, die auch unter Heimatschutz steht. Zu der Herrschaft Halten gehörte auch eine Hanfreibe und die Twingmühle, die noch bis 1896 betrieben wurde.